Armut und Existenz

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Armut und Existenz

Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben. (Mt 25,35)

Armut hat viele Facetten, die Auswirkungen in alle Bereiche des Lebens haben können. In der Schweiz sind mehr Menschen existenziell von Armut betroffen, als es der Mehrheit der Bevölkerung bewusst ist, denn: Armut ist meist unsichtbar! 

Über 700'000 Menschen leben hierzulande von einem Einkommen unterhalb des Existenzminimums der Sozialhilfe. Weitere 1,4 Millionen Personen leben mit einem derart tiefen Einkommen, dass ihre Teilhabe an der Gesellschaft gefährdet ist.

Im Kanton Baselland leben 6,1% der Bevölkerung in Armut – etwa jede achte Person gilt als armutsgefährdet.

Als reformierte Kirche engagieren wir uns auf Grundlage eines ganzheitlichen Menschenbildes gemeinsam mit anderen Institutionen für und mit armutsbetroffenen Menschen. Unser Einsatz widmet sich materiellen, sozialen, seelischen und physischen Bedürfnissen.

Dazu berät die Fachstelle Diakonie reformierte Kirchgemeinden vor Ort und setzt kantonale Projekte in Kooperationen mit anderen Partner:innen um:

Regionale Armutskonferenz

Die Fachstelle Diakonie organisiert gemeinsam mit unseren Partnern der ATD Vierte Welt, der Caritas beider Basel, dem Fachbereich Diakonie und kirchliche Sozialarbeit der röm.-kath. Kirche Baselland und der Winterhilfe Baselland die Regionale Armutskonferenz. Menschen in Armut, Interessierte, Fachpersonen und Politiker:innen treffen sich dazu für Impulsvorträge, Diskussionen und Lösungsfindung im Landratssaal in Liestal. 2024 widmete sich die Konferenz, zu der auch Akteure der Kantone Basel-Stadt und Solothurn eingeladen sind, dem Thema «Armut und Wohnen». Es wurde folgende Resolution verabschiedet und an politisch Verantwortliche übergeben: 

Die Armutskonferenz 2026 findet statt am Vormittag des 17. Oktober 2026, Landratssaal (Liestal)

  • Lebensmittelausgabe

    Die Organisation «Tischlein deck dich» organisiert eine Lebensmittelausgabe an drei Standorten in unserem Kanton – unter anderem in den Räumen der reformierten Kirchgemeinden Liestal und Allschwil und der röm.-kath. Pfarrei Laufen. Um die Essensausgabe nutzen zu können, ist eine Bedarfsabklärung bei einer Sozialfachstelle nötig. Über diesen Link sind die Abgabe- und Beratungsstellen zu finden.

  • Essen in Gemeinschaft

    In vielen unserer 31 Kirchgemeinden finden Suppentage und Mittagstische statt, die einen niedrigschwelligen Anknüpfungspunkt für Menschen bieten, die neben einer warmen Mahlzeit auch Gemeinschaft suchen. Nehmen Sie Kontakt direkt mit Ihrer lokalen Kirchgemeinde vor Ort oder mit der Fachstelle Diakonie für Vermittlung zu Stellen in Ihrer Umgebung auf.

  • Sozialberatung

    In herausfordernden Situationen kann eine Sozialberatung helfen, indem Fachpersonen u.a. über Möglichkeiten staatlicher und nicht-staatlicher Hilfsleistungen aufklären, den oft längeren Prozess begleitet, akute Nothilfe leisten oder beim Sortieren und Priorisieren komplexerer Problemsituation helfen. Exemplarisch sind hier Angebote in unserem Kanton aufgeführt, die freiwillig, kostenlos und unabhängig einer religiösen Zugehörigkeit wahrgenommen werden können:

    • Das Hilfswerk der Reformierten Kirche Schweiz HEKS bietet in unserem Kanton verschiedene Hilfestellungen an, u.a.: Unterstützung beim selbstständigen Wohnen für Personen mit psychischen Herausforderungen oder Suchtproblematik und (Rechts-) Beratung zu asyl- und ausländerrechtlichen Fragen.
    • Caritas beider Basel bietet mit dem Kirchlich Regionalen Sozialdienst Beratungsstellen für Menschen in finanziell herausfordernden Situationen an. Die Standorte befinden sich in Pfarreien und Arztpraxen in unserem Kanton. Ihr Angebot umfasst neben Beratung und Vermittlung auch finanzielle Nothilfe.
    • Die ökumenische Arbeitsgruppe «Versteckte Armut» Allschwil und Schönenbuch bietet Menschen aus ihrer Region menschliche und materiell Hilfe in Not.
    • Das «Assessmentcenter» in Pratteln ist ein Angebot des Kantons Baselland für Menschen unseres Kantons, die gerade in eine finanzielle, berufliche oder gesundheitliche Schieflage geraten und sich frühzeitig , niedrigschwellig über Möglichkeiten der Beratung und Unterstützung informieren wollen.
    • Die Plattform jungundalt-bl.ch bietet einen Überblick mit Filterfunktion (Zielgruppe und Anliegen) zu verschiedenen Angeboten von Beratungsstellen, medizinischen Fachstellen, Freizeit-, Sport- und Bildungsangeboten und zur Prävention und Gesundheitsförderung. Sie wird vom Amt für Gesundheit unseres Kantons angeboten und aktualisiert.
  • Armutsmonitor Baselland

    Um eine Grundlage für die Armutsbeobachtung und für die Planung von armutsrelevanten Massnahmen zu schaffen, hat die Berner Fachhochschule ein periodisches Armutsmonitoring für den Kanton Basel-Landschaft implementiert. Für die erste Durchführung des Armutsmonitorings wurden kantonale Steuerdaten mit Bevölkerungs- und Wohnungsdaten sowie mit der Sozialhilfestatistik und mit Daten zum Bezug von weiteren Bedarfsleistungen verknüpft. Genutzt wurden jeweils die Daten für das Jahr 2019.

    Dieser Monitor kann auch als Grundlage diakonischer Handlungsplanung in Kirchgemeinden und Kantonalkirche dienen.

    Zum Armutsmonitor